Artikel anhören

Robinson Crusoe Style

Den 1. Tag des Dezember, Anno 2025

Von der Abreise aus Frankfurt und den Mühsalen der Luftreise

So begab es sich, dass ich an diesem ersten Tage des Dezembers meine große Reise gen das ferne Königreich Siam antrat, welches die Menschen unserer Zeit Thailand zu nennen pflegen. Die Vorsehung führte mich zunächst von Frankfurt aus in einem gewaltigen Luftschiff über die Lande und Meere hinweg nach Doha, jener Stadt am Persischen Golf, von wo aus die Reise weiter gen Osten fortgesetzt werden sollte. Wiewohl die mechanischen Vorrichtungen des Fluges selbst von guter Beschaffenheit waren und uns sicher durch die Lüfte trugen, so ward doch meine Geduld auf mannigfache Weise geprüft, nicht zuletzt durch ein kleines Kind, welches mit seinem herzzerreißenden Geschrei die Stille der Kabine durchdrang und mir jegliche Ruhe raubte.

Von den endlosen Gängen zu Doha und der Begegnung mit dem Holländer

In Doha angelangt, offenbarte sich mir alsbald eine neue Prüfung, denn die Architekten jenes Flughafens hatten es in ihrer Weisheit für angemessen befunden, die Tore derart weit voneinander zu entfernen, dass wir Reisenden gezwungen waren, schier endlose Distanzen zu Fuße zurückzulegen. Kilometer um Kilometer schritten wir dahin, beladen mit unserem Gepäck, bis wir endlich das nächste Tor erreichten, wo das Einsteigen in das zweite Luftschiff mit erfreulicher Geschwindigkeit vonstatten ging. Doch kaum hatten wir unser zugewiesenes Gestühl am Fenster eingenommen, da erhob sich ein Streit mit einem Mitreisenden holländischer Herkunft, welcher in seinem Irrtum meinte, unser Platz stünde ihm zu. Nach kurzer, jedoch bestimmter Unterredung gelang es uns, den guten Mann davon zu überzeugen, dass sein Sitz mit der Nummer 43H wahrlich im Gange gelegen war und nicht am begehrten Fenster.

Von der schlaflosen Nacht über den Wolken und mancherlei Widrigkeiten

Die Reise von Doha gen Bangkok währte die ganze Nacht hindurch, und obgleich das Luftschiff selbst in verhältnismäßiger Ruhe durch die Finsternis glitt, so war an Schlaf für mich nicht zu denken. Der holländische Mitbürger zu meiner Seite erwies sich als höchst unruhiger Geselle, der sich fortwährend hin und her wand, als läge er auf einem Bette aus Dornen. Hinter uns saßen zwei Deutsche, welche ohne Unterlass auf ihre leuchtenden Bildschirme tippten, als gälte es, die wichtigsten Botschaften der Welt zu verfassen. Und als vermeinten die Götter, meine Geduld noch weiter auf die Probe zu stellen, begann ein Kleinkind in unserer Reihe zunächst mit durchdringendem Geschrei und ergoss sich später in einem Anfalle von Übelkeit. So verbrachte ich die Nachtstunden in wachem Zustande, während das Luftschiff stetig ostwärts durch die Dunkelheit strebte.

Von der Fortsetzung der Reise und der Erwartung kommender Abenteuer

Trotz aller beschriebenen Mühsale muss ich in Dankbarkeit vermerken, dass die Reise im Großen und Ganzen ohne ernsthafte Gefahr oder Zwischenfall verlief. Die wundersamen Maschinen unserer Zeit trugen uns sicher und gewiss unserem Ziele entgegen, und ich erkenne darin die gütige Hand der Vorsehung, welche über uns Reisende wacht. Während ich diese Zeilen niederschreibe, nähern wir uns bereits dem Königreich Thailand, jenem fernen Lande, von dessen Wundern und Geheimnissen ich so vieles vernommen habe. Was mich dort erwarten mag, welche Abenteuer und Erlebnisse mir beschieden sein werden, das wird sich in den kommenden Tagen offenbaren, und ich gedenke, alles Wissenswerte in diesem Journal festzuhalten, auf dass die Erinnerung an diese große Reise niemals verblasse.